Wirtschaftliche Lage des Friseurhandwerks. Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks veröffentlicht Jahresbericht zu 2025

Köln. Wirtschaftliche Lage des Friseurhandwerks. Trotz einer weiterhin verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sich das Friseurhandwerk im Jahr 2025 insgesamt stabil gezeigt. Die Betriebe konnten ihre Umsätze erneut steigern, die Zahl der Auszubildenden wuchs deutlich und die Nachfrage nach professionellen Friseurdienstleistungen blieb hoch. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.

Wirtschaftliche Lage des Friseurhandwerks: Umsatzentwicklung bleibt positiv

Die aktuelle Handwerksberichterstattung des Statistischen Bundesamtes weist für das Friseurhandwerk im Jahr 2025 ein Umsatzplus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Bereits die Umsatzsteuerstatistik für 2024 hatte gezeigt, dass die 53.516 umsatzsteuerpflichtigen Friseurunternehmen in Deutschland einen Branchenumsatz von rund 7,7 Milliarden Euro erwirtschafteten. Ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr

Die positive Umsatzentwicklung verdeutlicht, dass Friseurdienstleistungen für Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin einen hohen Stellenwert besitzen.

Wirtschaftliche Lage des Friseurhandwerks: Kosten und Wettbewerbsdruck belasten Betriebe

Die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe bleibt dennoch angespannt. Höhere Personalkosten, steigende Ausgaben für Produkte und Materialien sowie anhaltend hohe Betriebs- und Energiekosten belasten dabei  die Unternehmen weiterhin. Um diese Mehrkosten aufzufangen, waren auch 2025 Preisanpassungen erforderlich. Die Preise für Friseurdienstleistungen stiegen deshalb im Jahresdurchschnitt um 3,6 Prozent. Sie lagen damit erneut über der allgemeinen Inflationsrate.

Um sich erfolgreich am Markt zu positionieren, investieren zahlreiche Salons in Qualität, Service und persönliche Beratung. Kundinnen und Kunden honorieren diese Ausrichtung mit einer wachsenden Nachfrage nach individueller Betreuung und hochwertigen Leistungen. Ein Trend, der die Bedeutung des Friseurhandwerks als qualitätsorientiertes Dienstleistungshandwerk unterstreicht.

Wirtschaftliche Lage des Friseurhandwerks: 80118 Friseursalons Ende 2025 bundesweit

Die Zahl der Friseurbetriebe entwickelte sich dagegen weiterhin leicht rückläufig. Ende 2025 waren bundesweit 80118 Friseursalons in die Handwerksrolle eingetragen. Damit verringerte sich der Betriebsbestand um 245 Unternehmen gegenüber dem Vorjahr beziehungsweise 0,3 Prozent.

Nach Einschätzung des Zentralverbands tragen die verschärften Wettbewerbsbedingungen wesentlich zu dieser Entwicklung bei. Kritisch bewertet der Verband insbesondere die Ausweitung der Kleinunternehmerregelung, die den Wettbewerb zulasten ausbildungsbereiter Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verzerrt.

Wirtschaftliche Lage des Friseurhandwerks: Ausbildungssektor entwickelte sich mit einem Plus von 12,6 Prozent

Besonders erfreulich entwickelte sich die Nachwuchssituation. Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung wurden 2025 bundesweit 7.497 neue Ausbildungsverträge im Friseurhandwerk abgeschlossen. Das entspricht einem Plus von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch die Gesamtzahl der Auszubildenden stieg weiter an. Mit 14.621 Auszubildenden verzeichnete die Branche ein Wachstum von 5,3 Prozent. Bereits 2024 war erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder ein Anstieg registriert worden. Der positive Trend setzt sich damit fort und gewinnt an Dynamik.

Zudem wächst der Anteil männlicher Auszubildender kontinuierlich. Mittlerweile liegt er bei 36,8 Prozent. Im bundesweiten Ranking der ausbildungsstärksten Berufe verbesserte sich das Friseurhandwerk auf Platz 16 und zählt insbesondere bei jungen Frauen weiterhin zu den beliebtesten Ausbildungsberufen.

Wirtschaftliche Lage des Friseurhandwerks: Zukünftige Entwicklung bleibt angespannt

Für das Jahr 2026 bleibt der Ausblick trotzdem verhalten. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung dürfte weiterhin schwach verlaufen. Steigende Energiepreise, anhaltende Unsicherheiten auf den internationalen Märkten sowie der Fachkräftemangel werden dort die Betriebe auch künftig belasten.

Das Friseurhandwerk wird sich daher weiterhin auf wirtschaftliche Stabilität, Fachkräftesicherung und die Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren müssen. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass die Branche trotz schwieriger Rahmenbedingungen widerstandsfähig bleibt. Insbesondere bei der Nachwuchsgewinnung erzielte sie wichtige Fortschritte.

Wirtschaftliche Lage des Friseurhandwerks: Zum Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV)

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) vertritt als Bundesinnungsverband die Gesamtinteressen des deutschen Friseurhandwerks. In ihm sind 12 Landesinnungsverbände zusammengeschlossen, deren Mitgliederbasis rund 223 Friseurinnungen bilden. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es über 80.000 Friseursalons mit 235.000 Beschäftigten und rund 13.500 Auszubildenden. Der Jahresumsatz liegt bei knapp 7,5 Milliarden Euro. Präsidentin des Zentralverbands ist Manuela Härtelt-Dören. Hauptgeschäftsführer ist Holger Stein. Sitz der ZV-Geschäftsstelle ist Köln. Kontakt: Tel Aviv Straße 3, 50676 Köln. Telefon (0221) 973037. info@friseurhandwerk.de. www.friseurhandwerk.de.

[Text/Logo: Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks]

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