EmpCo-Richtlinie Verpackungen: EU-Kommission gibt den deutschen Händlern Steine statt Brot

Berlin. EmpCo-Richtlinie Verpackungen. In Deutschland droht in Folge einer neuen EU-Richtlinie weiterhin die Vernichtung von Waren und Verpackungen in großem, kaum absehbarem Umfang. Die Wirtschaft rechnet dabei mit Schäden in Millionenhöhe. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher von der EU-Kommission ein Einlenken sowie praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen.

EmpCo-Richtlinie Verpackungen: Die Werbung mit Umweltaussagen und die Verwendung von Nachhaltigkeitssiegeln im Fokus

Hintergrund sind neue Regeln. Unter anderem gilt das für die Werbung mit Umweltaussagen und die Verwendung von Nachhaltigkeitssiegeln. Sie wurden aufgrund der EU-Richtlinie in das deutsche Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) integriert. „Unzählige bereits produzierte und im Lager der Unternehmen befindliche Produkte und Verpackungen aller Sortimente sind damit ab dem 27.09.2026 nicht mehr rechtskonform. Sie dürfen deshalb nicht mehr verkauft werden. Dies ist eine Folge der fehlenden, beziehungsweise unzureichenden Abverkaufs- und Übergangsbestimmungen in der Richtlinie“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

EmpCo-Richtlinie Verpackungen: Private klagebefugte Einrichtungen in Deutschland unterliegen nicht der europäischen Auslegungshilfe für eine Übergangslösung

Dieses Versäumnis in der Normsetzung will die EU nun mit einem kürzlich veröffentlichten „Common Understanding“ des europäischen CPC-Netzwerks beheben. Die ausdrücklich nicht rechtsverbindliche Auslegungshilfe sieht vor, dass Behörden bei der Rechtsdurchsetzung den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigen. Daei verfolgen sie einen maßgeschneiderten Durchsetzungsansatz, um Warenvernichtungen zu vermeiden. „Unabhängig von den grundsätzlichen rechtlichen Bedenken ist diese europäische Auslegungshilfe für deutsche Händler weitgehend wertlos“, betont dazu Genth. Denn in Deutschland erfolgt die Rechtsdurchsetzung im Lauterkeitsrecht durch private klagebefugte Einrichtungen, wie Wirtschafts- oder Verbraucherverbände. Die Veröffentlichung der EU adressieren diese nicht. Sie sind deshalb an die Empfehlungen des CPC-Netzwerks nicht gebunden.

EmpCo-Richtlinie Verpackungen: Alle nicht mehr rechtskonformen Produkte und Verpackungen zum 27. September aus dem Sortiment nehmen

Um Abmahnungen und Unterlassungsklagen zu vermeiden, müssen deutsche Händler deshalb weiterhin ab dem 27.09.2026 alle nicht mehr rechtskonformen Produkte aus dem Sortiment nehmen und vernichten. „Der von der EU angestrebte verbesserte Umweltschutz und die intendierten Nachhaltigkeitsziele werden damit konterkariert. Die EU-Kommission sollte die Richtlinie deshalb endlich um praxisgerechte Übergangs- und Abverkaufsfristen ergänzen. Nur so lässt sich für alle Marktteilnehmer in Europa Rechtssicherheit schaffen, statt mit rechtsstaatlich bedenklichen Konstruktionen die Versäumnisse der Vergangenheit zu kaschieren“, fordert Genth.

[Text/Bild: HDE]

Unternehmen

Einzelhandel

Tradition trifft Gründerkraft: Straub Marbert Beauty Group und HIDREI GmbH bündeln ihre Kräfte für DON’T CALL IT DEO

Wertheim/Salzburg. Tradition trifft Gründerkraft: Die Straub Marbert Beauty Group, ein traditionsreiches deutsches Kosmetikunternehmen mit tiefen Wurzeln in Markenpflege, Produktentwicklung und Distribution und die HIDREI GmbH, ein dynamisch wachsendes österreichisches Unternehmen mit Sitz in Salzburg, geben […]

Personalien

Branche

Branchennews

Verpackungsrechtsdurchführungsgesetz (VerpackDG) passiert den Deutschen Bundestag – HDE setzte sich für europarechtskonforme Umsetzung ein

Berlin. Das Verpackungsrechtsdurchführungsgesetz verabschiedete der Bundestag am 11. Juni in zweiter und dritter Lesung. Das macht der Handelsverband Deutschland (HDE) in einer Pressemeldung deutlich. Mit der Verabschiedung noch vor der parlamentarischen Sommerpause stellt die Bundespolitik […]
Branchennews

KPMG-Studie Consumer Barometer 2026 analysiert in Kooperation mit dem EHI das Einkaufsverhalten im deutschen Lebensmittelhandel

Köln. KPMG-Studie Consumer Barometer 2026. Ernährung entwickelt sich zunehmend zu einem Spannungsfeld zwischen Gesundheitsorientierung, Alltagstauglichkeit, Preisbewusstsein und individuellen Lebensstilen. Gleichzeitig bewegen sich Konsument:innen heute in einem Lebensmittelmarkt, der zudem von widersprüchlichen Ernährungstrends, wachsender Produktvielfalt und […]