Lockdown im Nicht-Lebensmittelhandel: HDE fordert mehr Hilfsgelder für Händler und Innenstädte

Berlin, 13. Dezember 2020. Angesichts des aktuell beschlossenen Lockdown im Nicht-Lebensmittelhandel reagiert der Handelsverband Deutschland (HDE) schnell. Er fordert mehr Unterstützung für die betroffenen Händler. Zugleich erinnerte der HDE dabei an die Eigenaktivitäten, die Pandemie einzudämmen. „Der Einzelhandel wird Bund und Länder darin unterstützen, die Pandemie schnellstmöglich in den Griff zu bekommen. Er wird zudem alles tun, um einen Beitrag dazu zu leisten.“ Nach dem heutigen Beschluss von Bund und Ländern für eine Schließung des Nicht-Lebensmittelhandels ab Mittwoch macht der Handelsverband jedoch ebenfalls deutlich, dass die bisher geplanten Hilfsprogramme für die Einzelhändler nicht ausreichen.

Lockdown im Nicht-Lebensmittelhandel: Hilfsgelder reichen nicht, um Insolvenzen zu verhindern

„Der Einzelhandel leistete in den letzten Monaten mit seinen Hygienekonzepten einen großen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Wenn die Bundesregierung jetzt trotzdem Geschäftsschließungen als notwendig ansieht, darf sie die Branche nicht im Regen stehen lassen“, betont dazu HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die bisher vorgesehenen Gelder reichen bei weitem nicht aus, um dadurch eine Pleitewelle in den Innenstädten zu verhindern.

Lockdown im Nicht-Lebensmittelhandel: Einzelhandel hat Umsatzeinbußen von 60 Prozent

Der betroffene Nonfood-Handel wird nach HDE-Einschätzung bei einem bundesweiten Lockdown ab Mittwoch in einem Bereich von Minus 60 Prozent für den Monat Dezember landen. Im Vorjahresvergleich gingen sogar zwölf Milliarden Euro an Umsatz für die Händler verloren. Der aktuelle Lockdown trifft knapp 200.000 Handelsunternehmen, 99 Prozent dieser Unternehmen sind kleine und mittelständische Unternehmen. Der Innenstadteinzelhandel steht für bis zu 600.000 Beschäftigte, von denen durch den Lockdown bis zu 250.000 Jobs verloren gehen könnten.

Lockdown im Nicht-Lebensmittelhandel: HDE fordert für Dezember Gleichbehandlung mit der Gastronomie

„Dass viele Händler jetzt mitten im Weihnachtsgeschäft zusperren müssen, trifft die Branche und die Innenstädte hart. Dies ist schließlich die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Das werden viele Unternehmen ohne entsprechende Staatshilfen nicht überstehen“, erklärt dazu Genth. Der HDE fordert deshalb für den Dezember eine Gleichbehandlung mit der Gastronomie und die Aufnahme der Branche in die Dezemberhilfen. Ab Januar müsse dann eine neue Form der Finanzhilfe gefunden werden. Die Überbrückungshilfen schließlich alleine reichten nicht aus, um die betroffenen Handelsunternehmen zu retten.

Lockdown im Nicht-Lebensmittelhandel: Insolvenz des Einzelhandels in den Stadtzentren nicht leicht zu beheben

„Natürlich geht es jetzt um die Gesundheit aller. Es geht beim Einzelhandel aber auch um unsere Innenstädte als Ganzes“, betont Genth zudem „Wenn wir mit dem Handel die Kernbranche unserer Stadtzentren weitgehend in die Insolvenz zwingen, ist das nach der Krise nicht einfach wieder zu beheben. Deshalb muss die Politik jetzt mit einem starken Hilfsprogramm dafür sorgen, dass es nicht zu einer nicht mehr wieder gut zu machenden Pleitewelle kommt“, erklärt der Hauptgeschäftsführer.

[Text/Logo: HDE]

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