HDE-Szenario für 2020: Nicht-Lebensmittelhandel verliert 40 Milliarden Euro Umsatz

Berlin. HDE-Szenario für 2020. Große Teile des Einzelhandels sind von der Coronakrise hart getroffen. Das machen inzwischen aktuelle Daten des Handelsverbands Deutschland (HDE) deutlich. Der Verband rechnet deshalb für dieses Jahr mit einem Umsatzminus von 40 Milliarden Euro im Nicht-Lebensmittelhandel, vorausgesetzt es kommt keine zweite Pandemiewelle. Insgesamt würde der Einzelhandel in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr damit vier Prozent Umsatzminus verzeichnen.

HDE-Szenario für 2020: Die Umsätze bei Nicht-Lebensmittelhändlern sinken weit unter Normalniveau

„Die Coronakrise reißt bei vielen Nicht-Lebensmittelhändlern große Löcher. Das Geld wird zudem vielerorts knapp. Die Kunden kommen deshalb nicht in der gewohnten Zahl. Die Umsätze sinken dementsprechend weit unter Normalniveau“, erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

HDE-Szenario für 2020: Rund 22 Prozent Umsatzminus im Vergleich zu 2019 durch Lockdown

Ein aktuelles Szenario des Handelsverbandes für das laufende Jahr macht dazu deutlich, dass die Händler, die über fünf Wochen zum Schutz vor der Corona-Epidemie komplett schließen mussten, mit rund 22 Prozent Umsatzminus im Vergleich zu 2019 rechnen müssen. Dieses Szenario setzt jedoch voraus, dass es keine zweite Coronawelle gibt. Gleichzeitig legt der HDE seinen Berechnungen zugrunde, dass die Rettungspakete bei den Unternehmen Wirkung zeigen. Das heißt: Der Arbeitsmarkt bleibt zwar unter Druck. Die Maßnahmen zur Kurzarbeit wirken jedoch. Die Sparquote steigt trotzdem nach wie vor deutlich. Trotz Lockerungen gibt es auch weiterhin Abstands- und Hygieneregelungen. Damit ist das Jahr 2020 das Jahr mit dem stärksten Wirtschaftsrückgang in der Geschichte des Einzelhandels seit dem zweiten Weltkrieg.

HDE-Szenario für 2020: Stationärer Handel verliert um zehn Prozent Online-Handel steigt um 20 Prozent

„Die Coronakrise wird den Handel noch einige Jahre beschäftigen. Denn viele Verbraucher haben ihr Einkaufsverhalten verändert. Darauf müssen die Händler reagieren“, so Genth weiter. Daten aus dem HDE-Konsummonitor zeigen, dass in den Monaten März, April und Mai die Ausgaben pro Einkauf im stationären Handel um zehn Prozent sanken. Im Online-Handel stiegen sie um 20 Prozent. Diese Entwicklung setzt den Handel unter Druck, seine Geschäftsmodelle sowie Standort- und Investitionsentscheidungen anzupassen.

HDE-Szenario für 2020: HDE fordert staatlichen Digitalisierungszuschuss für kleinere Unternehmen

Der HDE fordert deshalb insbesondere für kleinere Unternehmen einen staatlichen Digitalisierungszuschuss. Außerdem sollte der Zugang zu den staatlichen Überbrückungshilfen erleichtert werden und ein deutlicher Konsumimpuls durch Entlastungen bei den Strompreisen mit der Absenkung der EEG-Umlage gesetzt werden. Zudem setzt sich der HDE für ein Belastungsmoratorium ein, um die derzeit um ihre Existenz kämpfenden Unternehmen nicht noch durch neue Gesetze und Dokumentationspflichten zusätzlich zu überfordern.

[Text/Bild: HDE]

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