Brüssel. Die Ausschüsse ENVI und IMCO des Europäischen Parlament einigten sich inzwischen auf den vereinfachten Rechtsrahmens für Kosmetikprodukte. Dieser soll damit langjährige regulatorische Unstimmigkeiten beseitigen. Gleichzeitig gewährleist er höchste Verbrauchersicherheitsstandards. Die Kosmetik-, Duftstoff- und ätherische Ölindustrie fordert deshalb eine zügige Annahme des Berichts des Europäischen Parlaments sowie konstruktive Diskussionen in den interinstitutionellen Verhandlungen und ein Ende der Desinformationskampagnen.
Das Credo der Pressemitteilung: Verbrauchersicherheit hat sowohl für die EU-Gesetzgeber als auch für die Kosmetik-, Duftstoff- und ätherische Ölindustrie höchste Priorität.
- ENVI ist der Ausschuss für Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit.
- IMCO bezeichnet den Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz
Ausschüsse ENVI und IMCO: Omnibus-VI-Vorschlag zur Aktualisierung der Vorschriften für Kosmetikprodukte passierte Parlamentsausschüsse
Der Omnibus-VI-Vorschlag zur Aktualisierung der Vorschriften für Kosmetikprodukte machte damit einen wichtigen Schritt. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments einigten sich am 15. April auf das weitere Vorgehen. Die von den Ausschüssen des Europäischen Parlaments beschlossenen Änderungen sichern damit die höchsten Sicherheitsstandards für kosmetische Verbraucherprodukte. Sie zielen gleichzeitig dabei darauf ab, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Kosmetik-, Duftstoff- und ätherische Ölindustrie begrüßt deshalb diese Nachricht. Branchenvertreter äußerten jedoch zugleich Bedenken hinsichtlich der Desinformationskampagnen, die den Gesetzgebungsprozess begleitet haben.
Ausschüsse ENVI und IMCO: Omnibus-VI-Vorschlag schwächt keine Schutzmaßnahme. Er sorgt für eine bessere Abstimmung der regulatorischen Entscheidungsfindung
„Die Einigung im Parlament ist ein positiver Schritt nach vorn. Dies geschieht trotz der in den letzten Monaten zunehmenden falschen und irreführenden Behauptungen, die Sicherheitsanforderungen für Kosmetika würden im Rahmen der überarbeiteten Regelungen gelockert.“ Das sagte zur Entscheidung John Chave, Generaldirektor von Cosmetics Europe. „Das oberste Ziel der Sicherheit stand jedoch nie dort in Frage. Der Omnibus-VI-Vorschlag schwächt keine der Schutzmaßnahmen. Er sorgt aber für eine bessere Abstimmung der regulatorischen Entscheidungsfindung mit fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Er stellt zudem sicher, dass verbotene Inhaltsstoffe verboten werden, während sichere Inhaltsstoffe weiterhin verwendet werden können“, fügte Chave hinzu.
„Die Sicherheit von Kosmetikinhaltsstoffen zu gewährleisten, ist die Grundlage unserer Branche. Diese Vereinbarung bietet dafür einen praktikablen Rahmen. Er ermöglicht europäischen Inhaltsstoffherstellern, weiterhin Innovationen voranzutreiben und sichere, qualitativ hochwertige Materialien zu liefern. Und das ohne unverhältnismäßige administrative Hürden überwinden zu müssen“, sagte deshalb Andrea Maltagliati. Sie ist die Generalsekretärin des Europäischen Verbandes für Kosmetikinhaltsstoffe (EFfCI).
Ausschüsse ENVI und IMCO: Stellungnahmen von Verbänden von NATRUE bis EFEO
„Verbraucher legen zunehmend Wert auf hochwertige Kosmetikprodukte. Sie verlassen sich dabei sowohl auf strenge Sicherheitsvorschriften als auch auf transparente Geschäftspraktiken. Omnibus VI trägt diesen hohen Standards zu Recht Rechnung. Es stellt sicher, dass natürliche Kosmetikformulierungen auf einem wettbewerbsorientierten, wissenschaftlich fundierten europäischen Markt erfolgreich sein können“, fügte Mark Smith, Generaldirektor des Internationalen Verbandes für Natur- und Biokosmetik (NATRUE), hinzu.
„Die vereinbarten Änderungen des Omnibus-Vorschlags sind somit ein weiterer wichtiger Meilenstein für einen Regulierungsrahmen, der für europäische KMU in der Praxis praktikabler werden könnte“, betonte außerdem SMEunited. „Wir sind zuversichtlich, dass ein solches Ergebnis die Wettbewerbsfähigkeit europäischer KMU verbessern kann, ohne unsere hohen Sicherheitsstandards zu beeinträchtigen.“
„Die Europäische Union verfügt über den strengsten Rechtsrahmen für Kosmetikprodukte. Ätherische Öle sind komplexe Naturprodukte mit großer kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung. Wir begrüßen einen Regulierungsansatz, der diese Komplexität berücksichtigt und sich auf objektive Daten statt auf unbegründete Erzählungen stützt, um sowohl die Sicherheit als auch die Zukunftsfähigkeit der Branche zu gewährleisten“, erklärte außerdem Andrey Mitov, Präsident des Europäischen Verbandes Ätherischer Öle (EFEO).
Ausschüsse ENVI und IMCO: Ein berechenbarer und wissenschaftlich fundierter Rechtsrahmen entscheidend, um den Zugang zu diesen Rohstoffen und die Sicherheit der Produzenten zu gewährleisten
„Ätherische Öle sind hochwertige Naturprodukte, die für viele Menschen im Alltag unverzichtbar sind. Sie sichern zudem die Existenzgrundlage ländlicher Gemeinschaften weltweit. In Europa ist ein berechenbarer und wissenschaftlich fundierter Rechtsrahmen entscheidend, um den Zugang zu diesen Rohstoffen und die Sicherheit der Produzenten zu gewährleisten. Gleichzeitig ermöglicht dies Innovation und globale Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Catherine Crowley, ehemalige Vorsitzende des Internationalen Verbandes der Ätherischen Öle und Aromen (IFEAT).
„Omnibus VI zeigt, wie regulatorische Entscheidungen zur Kosmetiksicherheit auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen und transparenten Prozessen basieren können und sollten“, betont zudem Alexander Mohr, PhD, Präsident der International Fragrance Association (IFRA). „Da Europa oft eine Vorreiterrolle in der Regulierung einnimmt, spiegelt sich eine solide Politikgestaltung in Europa in den Regeln wider, die Hersteller und Verbraucher weltweit anwenden.“
Im Zuge der Weiterentwicklung des Omnibus-VI-Vorschlags betonen die Kosmetik-, Duftstoff- und ätherischen Ölindustrie, dass der Bericht bisher einen ausgewogenen, wissenschaftlich fundierten Ansatz widerspiegelt. Sie fordern eine zügige Annahme des Parlamentsberichts und konstruktive Diskussionen während der Trilogphase, in der etwaige Unklarheiten im Bericht des Europäischen Parlaments beseitigt werden können.
Ausschüsse ENVI und IMCO: Mitunterzeichner in alphabetischer Reihenfolge
- Cosmetics Europe
- Europäischer Verband für kosmetische Inhaltsstoffe (EFfCI)
- Europäischer Verband für ätherische Öle (EFEO)
- Internationaler Verband des Handels mit ätherischen Ölen und Aromen (IFEAT)
- International Fragrance Association (IFRA]
[Text/Bild: Cosmetics Europe

