EU Industry Days 2022: Handel braucht Unterstützung bei Zukunftsinvestitionen

Berlin. Im Rahmen der EU Industry Days 2022, die die Europäischen Kommission veranstaltete, machte der Handelsverband Deutschland (HDE) auf die digitalen Herausforderungen für den Einzelhandel in Deutschland aufmerksam. Sein weiteres Thema dabei: die pandemiebedingt angespannte Situation vieler Handelsbetriebe.

Der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp tauschte sich dazu dort bei einer Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission aus. Mit dabei Vertreter von Handelsunternehmen sowie aus der Wissenschaft. Deren Thema: Die Transformation der Handelsbranche in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Jugend.

EU Industry Days 2022: HDE regt unterstützende politische Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene für den Einzelhandel an

„Der Handel muss in seine Zukunft investieren. Doch moderne Technik für den Point of Sale, eine erfolgreiche Online-Präsenz oder Maßnahmen zur Energieeffizienz können sich 60 Prozent aller Handelsbetriebe pandemiebedingt nicht leisten“, erklärte Tromp. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen seien inzwischen finanziell ausgezehrt. Sie seien derzeit nicht in der Lage, sich digital und nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Wichtig sei daher, unterstützende politische Rahmenbedingungen auch auf europäischer Ebene zu schaffen. „Händlerinnen und Händler müssen auf Unterstützung bei Zukunftsinvestitionen zählen können“, betonte Tromp. Hinzukämen faire Wettbewerbsbedingungen etwa auf Marktplätzen und Plattformen.

EU Industry Days 2022: Handel benötigt zuverlässige Rahmenbedingungen und ein Level-Playing-Field im europäischen Binnenmarkt

Tromp: „Vor allem kleinen und mittleren Unternehmen öffnen Online-Marktplätze und Plattformen die Tür in die Digitalisierung.“ Es brauche jedoch zuverlässige Rahmenbedingungen und ein Level-Playing-Field im europäischen Binnenmarkt. Durch die Konkurrenz zu den vielen Anbietern aus Asien, die ebenfalls über Marktplätze im EU-Binnenmarkt handeln, sei das notwendig.

EU Industry Days 2022: Künstliche Intelligenz ist Teil des Handels der Zukunft

Auch im Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) sieht der HDE eine Chance für den Einzelhandel. Er warnt dort jedoch vor einer Überregulierung. „Künstliche Intelligenz ist Teil des Handels der Zukunft. Bei der Regulierung von KI-Anwendungen auf EU-Ebene ist daher weiterhin ein risikobasierter Ansatz der richtige Weg“, so Tromp. Es müsse deshalb in Zukunft allen Handelsbetrieben möglich bleiben, KI ohne unnötige Hürden einzusetzen.

Weitere Informationen zu den „EU Industry Days 2022“ unter: https://eu-industry-days.ec.europa.eu/

[Text/Bild: HDE]

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