Handel und Kommunen bilden Innenstadt-Allianz

Die Verödung der Innenstädte stoppen: Das wollen der Handel und die Kommunen. Sie bildeten deshalb nun eine Innenstadt-Allianz, mit dem Ziel, gemeinsam den Standort Innenstadt für den Einzelhandel sowie für die Städte und Gemeinden zu stärken. In Hannover fand Mitte April der Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Allianz für Innenstädte“ des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sowie des Handelsverbandes Deutschland (HDE) statt.

Innenstadt-Allianz als Gegenoffensive zum Online-Handel

Warum es zu dieser Allianz kam, machen die beiden Verbände in einer gemeinsamen Erklärung deutlich: „Insbesondere die starke Zunahme des Online-Handels kann zu einer Schwächung der Innenstädte und Ortskerne führen“, erklären sie. „Studien sehen bis 2025 eine Steigerung des Marktanteils des Online-Shoppings auf bis zu 25 Prozent voraus. Dies wird nicht ohne Konsequenzen bleiben. Bis zu 50.000 Läden droht in deutschen Innenstädten das Aus“, heißt es weiter.

Innenstadt-Allianz will die Innenstädte langfristig attraktiv machen

„Die Innenstadt ist das Gesicht einer Stadt und die Visitenkarte gegenüber Besuchern und Touristen. Sie steht für Identität und Lebensqualität und gewährleistet Wirtschaftskraft sowie Arbeitsplätze. Handel und Kommunen sind daher gemeinsam gefordert, die Innenstädte langfristig attraktiv zu erhalten“, betont Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

„Die Allianz für Innenstädte kann einen wichtigen Beitrag leisten, um die Zentren auch im Zeitalter von Digitalisierung und demografischem Wandel attraktiv zu gestalten“, ergänzt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Insbesondere kleine und mittelständische Händler stünden vor großen Herausforderungen. So berichteten schon seit Jahren viele Unternehmen von sinkenden Kundenfrequenzen. Gefragt sei deshalb jetzt ein entschlossener Schulterschluss zwischen Handel und Kommunen sowie ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Innenstadt.

Einzelhandelskonzepte und integrierte Stadtentwicklung

Hierfür ist es aus Sicht des DStGB und des HDE erforderlich, dass sich der stationäre Handel auf seine Stärken besinnt und die Kommunen mit Einzelhandelskonzepten und einer integrierten Stadtentwicklung die richtigen Rahmenbedingungen für attraktive Innenstädte schaffen. Der Einkauf in der Innenstadt muss wieder zum Erlebniseinkauf werden, der zum Beispiel durch Angebote zur Kinderbetreuung, durch Ruhe- und Kommunikationsräume oder durch ausgefallene Verkaufsaktionen abgerundet wird. Aus kommunaler Sicht können gestalterisch gelungene Einkaufsstraßen und Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität, ein gutes ÖPNV-Angebot sowie gute Wegebeziehungen zwischen den Einzelhandelslagen helfen, die Attraktivität zu erhöhen. Auch die Gewährleistung von Sicherheit und Sauberkeit trägt dazu bei, dass sich die Menschen in den Zentren wohlfühlen.

Innenstädte und der Handel müssen auf den Stand der Technik gebracht werden

DStGB und HDE sehen die Digitalisierung des Handels aber auch als Chance. Denn es gilt: Der Handel funktioniert letztlich nur mit, und nicht gegen das Internet. Die Innenstädte und der Handel müssten auf den Stand der Technik gebracht werden, so Landsberg und Genth. Gerade in der Verknüpfung mit Smartphones liege noch großes Potenzial. Dafür sei es wichtig, dass die Kunden in Städten und Gemeinden einen unkomplizierten Zugang zum Internet, zum Beispiel über W-Lan-Hotspots, bekommen. Eine weitere Möglichkeit für kleine und mittelständische Händler liege in der Nutzung von lokalen Online-Plattformen.

[Text/Bild: DStGB und HDE]

 

 

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