IKW-Jugendstudie: 7.000 Euro netto – die GenZ will viel Geld verdienen

Frankfurt. Eine neue IKW-Jugendstudie veröffentlichte vor wenigen Tagen der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. In 2021 verglich der IKW die GenZ mit den Babyboomern.

„Gesellschaftliche Krisen, Kriege, Inflation – es gibt viele Gründe, warum Jugendliche heute verunsichert sind und das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren. Dem gefühlten Kontrollverlust setzen sie ihre ganz eigenen Strategien entgegen, um sich wieder sicher zu fühlen. Und ein gut bezahlter Job gehört für sie definitiv dazu. Denn wer viel verdient, kann sich die ersehnte Sicherheit auch leisten. Doch wie realistisch sind die Vorstellungen der Generation Z, ihr Ziel zu erreichen? Die im Auftrag des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel durchgeführte Jugendstudie „Jugend ungeschminkt“ zeigt: Die Erwartungen an den zukünftigen Job sind groß, durchzuhalten fällt aber schwer.“

IKW-Jugendstudie: Hohe Gehaltsvorstellungen sollen der GenZ Sicherheit bieten

Überraschend hoch sind die Gehaltsvorstellungen der GenZ. Mehr als die Hälfte der Befragten stellt sich ein monatliches Einkommen ab 5.000 Euro vor. Fast ein Viertel will mindestens 9.000 Euro pro Monat verdienen. Im Durchschnitt liegt das Traumgehalt dort bei 7.331 Euro pro Monat. Insbesondere die jungen Männer haben hier noch einmal deutlich höhere Vorstellungen als die jungen Frauen. Mit ca. 8.200 Euro liegt das Wunscheinkommen der männlichen Befragten dabei um knapp 1.800 Euro höher als bei den Weiblichen mit ca. 6.400 Euro.

IKW-Jugendstudie: Job fürs Leben finden – aber bitte keine langwierige Ausbildung durchhalten

Aber nicht nur die Gehaltsvorstellungen der Jugendlichen sind unrealistisch. Auch die Anforderungen an den Traumjob sind dort kaum zu erfüllen. Denn in den Augen der Jugendlichen ist es wichtig, den Job fürs Leben zu finden. Und dieser Job soll sie zudem für immer glücklich machen. Studienergebnis: „85 % suchen einen Job, der sie glücklich macht. 60 % suchen sogar den Traumjob, der sie für immer glücklich macht.“

Wenn das fehlt, warum weiter durchziehen? Warum eine langwierige Ausbildung durchhalten, wenn nach drei Monaten doch klar ist, dass das nicht der Traumjob ist? 62 % der Jugendlichen wissen tendenziell bereits nach wenigen Wochen, ob der Beruf der richtige für sie ist. 47 % wollen noch viel ausprobieren. 38 % brachen schon etwas mal ab, weil es nicht der Traumjob war. Durchhalten und die Höhen und Tiefen erleben, die eine Ausbildung für einen gut bezahlten Job so mit sich bringt? Das erscheint eher abwegig, da die Anfangseuphorie schnellt verpufft.

IKW-Jugendstudie: Keine Eile, einen festen Job zu finden – Stattdessen Übergangsarbeit und auf Reisen gehen

„Ich merke ja nach drei Monaten spätestens, ob ich noch was lernen kann, oder ob mir das noch Spaß macht, danach wird das nichts mehr.“ Dieser Meinung sind viele der Jugendlichen. Die Eile, einen festen Job zu finden, spüren sie deshalb eher weniger. Dieser Prozess wird zudem bewusst hinausgezögert. Schließlich wollen sie keine übereilten Entscheidungen treffen und sich nicht falsch festlegen. Schließlich haben sie noch Zeit. Zitat dazu: „Man muss sich ja heute nicht so früh festlegen, man kann sich ja Zeit lassen, das Richtige zu finden. Bei mir war halt noch nichts dabei.“

Viele wechseln deshalb mehrfach den Job. Oder sie nehmen zunächst eine Übergangsarbeit wie Kellnern an oder gehen dann auf Weltreise. Psychologisch gesehen gleicht Reisen ihrem Traumjob: Es verspricht ständig neue Anfänge – spannende Begegnungen, Erfahrungen, Kulturen, Chancen und Spaß. „Beim Reisen erlebt man jeden Tag etwas Neues, das ist eigentlich das, was ich immer haben möchte.“ 60 % der GenZ reist gern, weil man dabei jeden Tag etwas Neues erlebt. Statt sich in einen 40-Stunden-Job zu zwängen, der einen nicht glücklich macht, suchen sie nach etwas, das sie wirklich erfüllt. Die wichtigste Frage dabei lautet: „Macht mich das glücklich?“ Wenn nicht, dann ist es überflüssig.

IKW-Jugendstudie: Kosmetik-Routinen strukturieren den Alltag

Und wie sieht es dann bei Kosmetik aus? Hier ist das Thema „Durchhalten und Dranbleiben“ interessanterweise kein Problem. Für schöne Haut und Haare tun die Jugendlichen damit fast alles und zeigen sich sehr ausdauernd. Aufwendige Routinen, die mehrere aufeinander aufbauende Produktanwendungen umfassen, gehören deshalb für viele der jungen Menschen zu ihrem Alltag. Sie werden mit großer Sorgfalt morgens und abends ausgeführt. Die Jugendlichen versprechen sich hierbei aber nicht nur ein schöneres Aussehen. Auch hier geht es um Sicherheit: 50 % der Jugendlichen sagen, dass sie die Produkte besonders deshalb verwenden, weil Kosmetik-Routinen ihren Alltag strukturieren.

Mehr zur Studie „Jugend ungeschminkt“ finden Sie auf der IKW-Website unter: https://www.ikw.org/schoenheitspflege/services/studien/jugend-ungeschminkt-2024 .

[Text/Bild: IKW]

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