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Sonnenbad! Und dann?

„After-Sun“ ist das Thema, dass beautypress (bp), der Online-Dienst für Kosmetik- und Parfumnachrichten, bearbeitete. Ein Interview mit Dermatologin Dr. med. Sabine Zenker (Z; La Roche Porsay) untersucht, wie After-Sun-Produkte funktionieren. Weiterer Themen sind, warum derartige Präparate für die durch Sonne geschwächte Haut wichtig sind und wie die Sonnenbräune nach dem Urlaub erhalten werden kann.

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bp: Wie wirken After-Sun-Präparate?

Z: Sie haben fünf Funktionen:

– 1. Kühlung: After-sun-Präparate sind meist Öl-in-Wasser-Emulsionen: Sie haben einen hohen Feuchtigkeitsgehalt und erzeugen deshalb einen angenehmen Kühleffekt auf der Haut: Nach dem Eincremen bleibt die Feuchtigkeit auf der Haut zurück und sorgt beim Verdunsten für Abkühlung. Zusätzlich schützen Feuchtigkeitsfaktoren die Haut zusätzlich vor dem Austrocknen.

– 2. Beruhigen: After-Sun-Präparate können Wirkstoffe enthalten wie Hamamelis und Provitamin Panthenol, Aloe vera oder auch mineralstoffreiches Thermalwasser (wirken entzündungslindernd, falls die Haut nach der Sonne doch mal rot sein sollte (sollte ja nicht passieren!!!)).

– 3. Schutz: Im Sonnenschutzmittel und auch für danach sorgen Antioxidantien wie die Vitamine A und E oder auch pflanzliche Inhaltsstoffe wie Alpha-Glucosyl-Rutin und Kurkuminoide aus der Gelbwurz für Zellschutz: sie fangen freie Radikale ab, die unter Sonneneinstrahlung in der Haut entstehen.

– 4. Reparieren: Schon nach 20-minütiger UV-Bestrahlung entstehen Schäden an der Erbsubstanz (DNA) der Hautzellen. Es gibt allerdings ein –begrenztes- Reparaturvermögen: Das Enzym Photolyase, mit dem sich Blaualgen vor Sonnenschäden schützen, kann den hauteigenen Reparaturmechanismus unterstützen.

– 5. Vorbeugen: Sonnenschutzmittel ohne Emulgatoren beugen der unangenehmen, juckenden, akneähnlichen Erkrankung vor, die beim Sonnenbaden entstehen kann („Mallorca-Akne“). Wer dazu neigt, sollte auch emulgatorfreie After-Sun-Produkte verwenden.

bp: Sollte man unbedingt eine After-Sun-Pflege benutzen oder ist eine normale Bodylotion ausreichend?

Z: Siehe oben: es kommt eben auf die „normale“ Bodylotion an: Sie ist oft zwar von der Textur her geeignet, aber die spezifischen Inhaltsstoffe fehlen.

bp: Kann man eine After-Sun-Lotion auch im Gesicht anwenden oder sollte man dort auf spezielle After-Sun-Produkte setzen? Wenn ja, worin liegt der Unterschied?

Z: Gesichtshaut kann manchmal zusätzlich andere Bedürfnisse haben: denke da an reichhaltigere Textur oder das Gegenteil, nicht komedogen. Ich denke, dass man da auf die Auslobung der Kosmetikhersteller auf den Produkten schauen sollte und so das für den individuellen Hauttyp geeignete Präparat finden wird.

bp: Sollte man bei unreiner Haut (Akne, Pickel, Mitesser) auch auf ein After-Sun-Pflegeprodukt zurückgreifen?

Z: Siehe 3., auf Auslobung achten.

bp: Verlängern/Fixieren After-Sun-Produkte tatsächlich die Bräune?

Z: Aus dermatologischer Sicht ist die Frage, wie man Bräune erhalten kann, eher unverständlich: Die Haut erneuert sich nämlich ständig (jeden Tag werden Zellen der obersten Hautschicht (Epidermis) abgestossen). Deshalb verliert sich die Bräune eben logischerweise mit der Zeit. Man sollte aber grundsätzlich mehr cremen: vor, während und auch nach dem Sonnenbaden regelmäßig, dann bleibt die Haut geschmeidig!

[Text/Bild: beautypress.de]