IKW Wirtschaftspressekonferenz: Leichtes Minus bei Körperpflege

Andreas Lange, Hankel, Vizepräsident des IKW
Andreas Lange, Henkel, Vizepräsident des IKW bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Frankfurt

Der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW), Frankfurt hat im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz eine Umsatzprognose für das laufende Jahr abgegeben.

Die unerwartet positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland hat sich mit einigen Abstrichen auch in den vom IKW vertretenen Produktbereichen niedergeschlagen: Körperpflegemittel haben sich knapp behauptet, während Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel erneut zunehmen.

Diese auf den ersten Blick überraschende Entwicklung bei der Kosmetik entspricht jedoch langjährigen Beobachtungen im Bereich Konsumgüter. In der Rezession fallen die Märkte nicht so dramatisch wie bei den Investitionsgütern; dafür steigen sie auch nicht so stark an im Falle der konjunkturellen Erholung. Weitere Einflussfaktoren sind der harte Wettbewerb unter den Herstellern und dem Handel sowie der in Deutschland stark ausgeprägte Trend zum Niedrigpreis.

Die Ausgaben für KÖRPERPFLEGEMITTEL fallen geringfügig auf ca. 12,8 Milliarden Euro. Die Pro-Kopf-Ausgaben erhöhen sich auf Grund der sinkenden Bevölkerung auf 156,87 Euro. Deutschland liegt damit im westeuropäischen Mittelfeld.

Das Segment der Haarpflegemittel bleibt mit 2,97 Milliarden Euro der größte Einzel-markt. Alle Teilmärkte sind jedoch inzwischen ins Minus gerutscht. Dies liegt u. a. am Launch großvolumiger preisgünstiger Packungen sowie am Umsatzrückgang der Drogeriemarktkette Schlecker.

Etwas geringer gefallen (-1,1 %) ist der zweitgrößte Teilmarkt der Hautpflegemittel. Mit 2,94 Milliarden Euro ist er dem Volumen des Haarpflegemittelmarktes schon recht nahe gerückt. Auch hier hat eine Vielzahl von Promotions das Marktvolumen leicht ins Minus gezogen. Haut- und Handcremes und Körperlotionen sowie Gesichtspflegemittel gehen leicht zurück, während Sonnenschutzmittel erstmals wieder zunehmen. Dies ist sicher ein Erfolg der zahlreichen Aktivitäten zur Aufklärung der Konsumenten hinsichtlich eines verantwortungsbewussten Verhaltens in der Sonne, an denen der IKW mit dem Tag des Sonnenschutzes am 21. Juni beteiligt ist.

Der drittgrößte Teilmarkt mit einer erneut erfreulichen Entwicklung ist in diesem Jahr der Markt der dekorativen Kosmetik. Der Markt wächst um 2 % auf 1,47 Milliarden Euro.

Zahn- und Mundpflegemittel folgen dahinter mit einem Marktvolumen von 1,33 Milliarden Euro. Das Wachstum hat sich jedoch gegenüber früheren Jahren deut-lich abgeschwächt und beträgt nur noch 0,2 %.

Den Damendüften und -parfums ist in diesem Jahr der Sprung über die Milliarden-Schwelle gelungen. Das Wachstum von 2,2 % spiegelt den Trend zu höherwertigen Düften und Luxusprodukten wider.

Bei der Herren-Kosmetik bewegt sich der Markt auf die 900 Millionen Euro-Schwelle zu. Das Wachstum von 1,2 % kommt vor allem von den Pflegecremes und den Düften.

Bade- und Duschzusätze hingegen sind erstmals seit mehreren Jahren wieder im Minus. Das Marktvolumen sinkt um 2,2 % auf 830 Millionen Euro.

Besonders erfreulich ist in diesem Jahr die Entwicklung bei den Deodorantien. Mit einem Plus von 3,2 % haben sie das stärkste Wachstum der von uns betrachteten Teilmärkte und erreichen 711 Millionen Euro. Das Wachstum ist vor allem zurückzuführen auf die mit beachtlichem Werbeaufwand auf den Markt gebrachten neuen Produkte mehrerer bekannter Hersteller.

Der Umsatz mit Seifen und Syndets fällt nach einem positiven Jahr 2009 im Jahr 2010 auf 216 Millionen Euro (-1,8 %). Die festen Seifen gehen weiter zurück, während flüssige Seifen nur leicht zunehmen.

Positiv über die Jahre hinweg sind die sonstigen Körperpflegemittel mit einem Volumen von 425 Millionen Euro. Das Wachstum kommt vor allem von den Fußpflegemitteln und den Babypflegemitteln, dem mit Abstand größten Teilmarkt. Trotz der abnehmenden Geburtenrate wächst der Markt kontinuierlich. Auch die Verwendung durch Erwachsene sorgt für eine positive Entwicklung. Wir sehen fast alle Teilmärkte im Plus.

Wichtige Trends bei Konsumenten-Entscheidungen sind

• die Hautverträglichkeit
• der Zusatznutzen bei neuen Produkten
• die Einstellung „Gutes muss nicht teuer sein“ sowie
• das weiter zunehmende Pflegebewusstsein der Männer.

[Text: IKW, Foto: kosmetiknachrichten]

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