HDE zu den Tarifverhandlungen 2013: Ver.di verweigert Dialog zum Flächentarifvertrag

HDE Logo rund-2Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert die Blockadehaltung der Gewerkschaftsseite in der aktuell laufenden zweiten Runde der Tarifverhandlungen für den Einzelhandel. „Ver.di gefährdet durch sein destruktives Verhalten den Flächentarifvertrag im Einzelhandel“, erklärt HDE-Tarifgeschäftsführer Heribert Jöris.

Hintergrund: Die Handelsverbände hatten in den Tarifgebieten, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Saarland ein erstes Angebot vorgelegt, um möglichst rasch zu einer Lösung des Tarifkonfliktes zu kommen. Darin wurde der Gewerkschaftsseite vorab und ohne Verbindung mit der laufenden Lohn- und Gehaltsrunde der Neuabschluss des Manteltarifvertrages angeboten. Bedingung war allerdings, dass die Gewerkschaft sich bereit erklärt, den notwendigen Veränderungen im Bereich der Arbeitszeitflexibilisierung und den Zuschlagsregelungen zuzustimmen.

HDE: Der Manteltarifvertrag muß modernisiert werden

Laut HDE ist es höchste Zeit, den Manteltarifvertrag zu modernisieren und beispielsweise in der Praxis längst eingeführte Arbeitszeitmodelle wie Arbeitszeitkonten, Teamabsprachen bei der Arbeitszeit oder Vertrauensarbeitszeit in den Regelungen zuzulassen. Außerdem soll es den Unternehmen durch eine Veränderung der Spät- und Nachtzuschlagsregelungen ermöglicht werden, dass das bisher im Rahmen von Werkverträgen ausgelagerte Einräumen von Regalen wieder zu wirtschaftlichen Bedingungen mit eigenen Mitarbeitern ausführbar ist.

Jöris: „Wir haben mit der Vorlage unterschriftsreifer Entwürfe deutlich gemacht, worum es uns geht. Nämlich die Anpassung des Manteltarifvertrages an die Realität und die Arbeitsbedingungen von heute.“ Alle anderen manteltarifvertraglichen Regelungen sollen ausdrücklich nicht in Frage gestellt werden.

Flächentarifvertrag in Gefahr

Die Arbeitgeber sehen durch die Reformverweigerung der Gewerkschaft den Flächentarifvertrag in Gefahr. Aktuelle Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen, dass 2012 die formale Bindung an die Flächentarifverträge in der Branche in Deutschland gesunken ist. Demnach arbeiten nun nur noch 40 Prozent der Arbeitnehmer in Unternehmen, die eine Mitgliedschaft mit Tarifbindung im Einzelhandelsverband unterhalten.

Geringer Organisationsgrad der Beschäftigten bei ver.di

„Der geringe gewerkschaftliche Organisationsgrad im gesamten Handel zeigt, dass auch bei den Arbeitnehmern die Reformverweigerungshaltung von ver.di keinen Anklang findet,“ so Jöris. Ver.di hatte zuvor ein Verhandeln über die Reformthemen mit der Begründung abgelehnt, man wolle in dieser Tarifrunde ausschließlich über die Erhöhung der Löhne und Gehälter verhandeln.

[Text/Bild: Handelsverband Deutschland (HDE)]

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