Schwierige Rahmenbedingungen für den Einzelhandel und den Konsum bleiben auch im Jahr 2026. Das zeigen die Einschätzungen von knapp 600 Handelsunternehmen in einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach rechnen in diesem Jahr 49 Prozent der Befragten mit Umsätzen unter Vorjahr. Mit Blick auf dieses Umfeld rechnet der HDE in seiner aktuell vorgestellten Jahresprognose damit für 2026 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent im Vergleich im Vorjahr für den Einzelhandel in Deutschland. Um die Lage für die Handelsunternehmen zu verbessern, fordert der HDE deshalb die Politik auf, Kostentreiber wie die hohen Energiepreise abzusenken. Aber auch die Gewerkschaft ver.di sieht der Verband in der anstehenden Tarifrunde in der Verantwortung.
Schwierige Rahmenbedingungen für den Einzelhandel: Umsatzprognose für 2026 ist aktuell +2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
„Das neue Jahr beginnt für den Einzelhandel ohne richtigen Schwung. Die Verbraucherstimmung macht am aktuellen Rand zwar Hoffnung auf Besserung. Sie verharrt aber weiterhin auf unbefriedigendem Niveau. Zu groß ist dort angesichts geopolitischer Konflikte und eines erratischen US-Präsidenten die Verunsicherung“, erklärt dazu HDE-Präsident Alexander von Preen.
Diese schlechte Stimmung in der Branche bestätigt die aktuelle HDE-Umfrage. Demnach kalkulieren 49 Prozent der Händler mit schlechteren Umsätzen als noch 2025. 29 Prozent hoffen zudem, das Vorjahresniveau zu erreichen. Nur 23 Prozent gehen dort von einer Steigerung aus. Angesichts der herausfordernden Rahmendaten prognostiziert der HDE deshalb für 2026 ein Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr von nominal zwei Prozent. Real bedeutet das ein Plus von einem halben Prozent. Der Online-Handel bleibt auch 2026 der Wachstumstreiber der Branche. Hier werden die Umsätze laut HDE-Prognose um nominal 4,4 Prozent zulegen. Das steht somit für ein reales Plus von 3,5 Prozent. Die Umsätze im Einzelhandel in Deutschland werden dieses Jahr damit voraussichtlich bei 697,4 Milliarden Euro liegen. Der Online-Handel trägt dazu 96,3 Milliarden Euro bei.
Schwierige Rahmenbedingungen für den Einzelhandel: Entlastungen bei Bürokratie, Energiesteuern und Arbeitskosten als Forderung
„Es sieht derzeit nicht nach dem großen Aufatmen im Einzelhandel aus. Wir brauchen jetzt eine echte Aufbruchsstimmung. Da ist die Bundesregierung gefragt, mit den richtigen Maßnahmen einen Aufwärtstrend auszulösen“, so der HDE-Präsident weiter. Die HDE-Umfrage mache dazu deutlich, dass die Unternehmen insbesondere beim Thema Bürokratie auf Erleichterungen hoffen. 59 Prozent sehen das als Top-Thema. Insbesondere die hohen Kosten machen den Händlern Kopfschmerzen. Sowohl im Bereich Energie als auch bei den steigenden Kosten für den Faktor Arbeit ist dringende Hilfe gefordert.
Schwierige Rahmenbedingungen für den Einzelhandel: Steigende Arbeitskosten führen zu negativen Beschäftigungseffekten
Von Preen: „Es braucht Entlastungen, die auch tatsächlich ankommen. Die Stromsteuer muss endlich zeitnah für alle gesenkt werden. Und bei den Sozialversicherungsbeiträgen braucht es eine dauerhafte 40-Prozent-Obergrenze.“ Was passiert, wenn die Arbeitskosten weiter steigen, wird in der HDE-Umfrage überdeutlich. Für diesen Fall gehen 77 Prozent der Befragten von negativen Beschäftigungseffekten aus. Die selbst in den schwierigen Corona-Jahren immer weiter Arbeitsplätze aufbauende Branche verlor seit 2022 bereits 60.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Der HDE warnt deshalb vor der anstehenden Tarifrunde die Gewerkschaft ver.di vor weiteren Belastungen durch unverhältnismäßige Forderungen. Die Tarifrunde im Einzelhandel beginnt im April 2026. In der Branche sind 3,1 Millionen Menschen beschäftigt. Die Tarifrunde ist damit eine der größten in Deutschland.
Mehr Informationen unter https://einzelhandel.de/hdepk
[Text/Bild: HDE]

