L’Oréal Deutschland: „Frau Professorin“ soll zur Gewohnheit werden“

Die Förderung herausragender Naturwissenschaftlerinnen mit Kindern hat sich die L’Oréal Deutschland GmbH auf die Fahne geschrieben. Sie entwickelte zusammen mit der Deutschen UNESCO-Kommission das Förderprogramm „For Women in Science“. Seit 2006 unterstützt das Projekt in Zusammenarbeit mit der Christiane Nüsslein-Volhard- Stiftung in Deutschland tätige exzellente Naturwissenschaftlerinnen mit Kindern. Jährlich werden dabei drei Preisträgerinnen ausgezeichnet, die für ein Jahr eine finanzielle Unterstützung im Wert von jeweils 20.000 Euro erhalten. Dieses Geld wird einerseits für Kinderbetreuung und Unterstützung im Haushalt eingesetzt, um den Forscherinnen mehr Zeit für ihre wissenschaftliche Arbeit zu geben. Darüber hinaus ermöglicht es Weiterbildungsmaßnahmen.

Ein Teil des Geldes fließt zudem in Projekte, die nachhaltig die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an den Instituten verbessern sollen, an denen die Preisträgerinnen arbeiten. Dies kann beispielsweise die Einrichtung eines Eltern-Kind-Zimmers sein. Die Anschaffung hochleistungsfähiger Laptops gehört ebenfalls dazu, damit im Falle einer Krankheit des Kindes ein Arbeiten Zuhause möglich ist. „Die Unterstützung durch das For Women in Science-Programm hat mir sehr geholfen. Nicht nur wegen der finanziellen Unterstützung, sondern auch aufgrund eines Motivationsschubes durch Vorbilder und Gleichgesinnte“, erklärt deshalb Dr. Mareike Leffler, Preisträgerin aus 2009. Sie ist inzwischen leitende Oberärztin der Plastischen Chirurgie am Friederikenstift in Hannover und zweifache Mutter. „Dass ich meine jetzige Position bekommen habe, liegt sicher auch daran, dass ich trotz meiner Kinder immer weiterarbeiten und meine Karriere vorantreiben konnte“, so die Ärztin und Wissenschaftlerin weiter. Diese Unterstützung soll die herausragende Leistung der Preisträgerinnen anerkennen und verhindern, dass hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen durch die Gründung einer Familie von der Karriereleiter fallen und der deutschen Forschung damit großes Potential verloren geht.

Am 10. November wurden in Berlin die diesjährig geförderten Naturwissenschaftlerinnen mit dem „For Women in Science-Preis“ ausgezeichnet. Das sind:
– Nicole Fröhlich, Doktorandin am Zentrum für Integrative Neurowissenschaften, Tübingen;
– Katja Herzog, Doktorandin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin;
– Judith Klatt, Doktorandin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, Bremen.
Die Preisverleihung fand im Rahmen einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Konferenz mit dem Titel „Wie weiblich sind die Naturwissenschaften heute?“ statt.

Hintergrund: Die Möglichkeiten von Frauen, eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen, sind so gut wie nie zuvor. Die Hälfte aller Studierenden sind inzwischen Frauen, so eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes. Sie erzielen hervorragende Abschlüsse und bekommen zwischenzeitlich begehrte Positionen an den Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Bei den Professuren liegt der Frauenanteil jedoch immer noch nur bei 19 Prozent, so dieselbe Studie.

Warum? Ein häufiger Grund für den Abbruch oder die Unterbrechung einer vielversprechenden Karriere ist die Familiengründung. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen müssen in ihrem Beruf viel reisen, Besprechungen liegen vielfach in den Abendstunden. Gleichzeitig fehlt häufig das Geld für eine geeignete und flexible Betreuungsmöglichkeit für die Kinder. In Deutschland wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie daher für viele Wissenschaftlerinnen zur Entweder-Oder-Frage – und letztlich entscheiden sich dann viele Frauen trotz hervorragender Qualifikation und beruflicher Chancen eher dafür, beruflich zurückzustecken.

Detaillierte Informationen über das Programm sowie die Preisträgerinnen finden Interessierte auf www.fwisprogramm.de. Unterstützung geben: die Deutsche UNESCO-Kommission Farid Gardizi gardizi@unesco.de (0228-6049711), L’Oréal Deutschland GmbH, Viola Fritsche, vfritsche@de.loreal.com (0211-4378-519) und die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung, Dr. Brigitte Walderich, brigitte.walderich@cnv-stiftung.de (07071-601398).

[Text/Bild: For Women in Science]

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